Die Quelle der Wunder

1801 beging ein Mönch namens José de Jesus Maria Lopes ein scheußliches Verbrechen.

Kloster des Bruders Lopes - Bild von Erin Bourgois
Kloster des Bruders Lopes - Bild von Erin Bourgois

Damals basierte die Wasserversorgung in João Pessoa immer noch auf durch die Stadt verteilten Brunnen, Zisternen und Quellen. Die Menschen sind dorthin gegangen, um klares Wasser zu holen oder sich zu waschen.

 

Manche dieser Orte sind immer noch zu sehen, besonders am Arruda Câmara Park (bekannt als "Bica") und im botanischen Garten "Mata do Buraquinho".

 

Bruder Lopes gehörte zum Franziskanerorden und hatte die Angewohnheit sich auf die Lauer zu legen, um Tereza, eine Mulattin*, beim Baden in dieser Quelle zu beobachten. Verzaubert von ihrer Schönheit hat er sie voller Verlangen angesehen, bis dieses Verlangen seinen Glauben überwunden hat.

Er hat ein Verhältnis mit ihr angefangen und war von ihr besessen. Die beiden haben sich immer nachts verabredet, versteckt von den vorwurfsvollen Augen der Kirche und der Gesellschaft.

 

Andereseits hatte Tereza angeblich auch andere Geliebte, was dem eifersüchtigen Bruder Lopes keinesfalls passte. Seine Eifersucht und Besessenheit haben ihn so überwältigt, dass er es vorzug sie zu töten, als sie mit anderen Männer zu teilen.

 

So hat sich Bruder Lopes um Mitternacht bei der Quelle der Wunder mit Tereza verabredet, wo beide wie gewöhnlich zusammen nackt baden konnten.

 

Zu ihrer Überraschung kam Bruder Lopes nicht allein, sondern in Begleitung von zwei Sklaven aus dem Kloster. Tereza wurde von dem Mönch grausam missbraucht und erlitt durch den Angriff ernsthafte inneren Verletzungen. Bruder Lopes ist sogar mit einem Holzstock in sie eingedrungen, welcher ihren Körper durchbohrte. Er liess sie zum verbluten alleine zurück.

Stelle der Quelle der Wunder. Quelle: Google Street View, Mai 2015
Stelle der Quelle der Wunder. Quelle: Google Street View, Mai 2015

Niemandem ist allerdings Aninha, die kleine Tochter von Tereza, aufgefallen, die zufälligerweise Augenzeuge dieser barbarischen Tat wurde. Erschrocken hat sie Hilfe geholt und so wurden Bruder Lopes und seine zwei Komplizen gefasst und verhaftet.

 

Alle drei wurden zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Der Franziskaner verbacht seine Strafzeit trotz allem nur in einem Kloster.

 

Die Quelle der Wunder existiert nicht mehr, heute sind nur die Reste einer Mauer übriggeblieben.

 

Die Geschichte einer armen Frau hat nur durch ihrer Tochter überlebt, die darauf bestanden hat, dieses grausame Verbrechen gegen ihre Mutter in der Öffentlichkeit weiter zu erzählen. Bis zum ihrem Tod im Alter von 90 Jahren hat sie es beharrlich durchgezogen.

 

 

*dieser Begriff wird ausschließlich aus Gründen des historischen Zusammenhangs verwendet.