João Pessoa ist die Hauptstadt von Paraíba in Nordost Brasilien.

Auf dem Sand liegende gekreuzte Füsse am Strand von Cabo Branco
Strand von Cabo Branco

Sie wurde von der portugiesischen Krone in 1585 als Stadt anerkannt, was sie zur dritt ältesten Stadt Brasiliens macht. Sie hat ca. 800.000 Einwohner und ist bekannt für ihre warmen Strände und ihre Grünanlagen.

Leuchtturm von Ponta do Seixas am Strand von Cabo Branco
Leuchtturm von Ponta do Seixas

Hier kann man den Sonnenaufgang vor allen anderen im ganzen amerikanischen Kontinent sehen, am östlichesten Punkt Amerikas, der Ponta do Seixas.

 

In João Pessoa gibt es auch den größten semi-äquatorialen natürlichen Wald der Welt, der von einer Stadt umgeben ist.

 

Die Stadt ist ruhig und schön. Die Touristen, die João Pessoa besuchen, kommen nicht dahin, um die Stadt unsicher zu machen, sondern um sich am Strand in eine Hängematte zu legen und dabei Kokoswasser zu trinken.

 Mit einem tropischen Klima, einer durchschnittlichen Temperatur von 26 Grad und an der Küste gelegen, bietet João Pessoa das Gefühl von ewigem Sommer. Sogar in der Regenzeit begrüßt uns täglich die Sonne. Man braucht sich nie warm anziehen.

JPA ist der Flughafencode von João Pessoa. Noch gibt es keinen direkten Flug von außerhalb Brasiliens, aber es gibt viele Optionen mit Anschluss. Man kann auch direkt nach REC (Recife) fliegen und die restlichen 120 Km mit dem Taxi oder mit dem Fernbus bequem nach João Pessoa fahren. Der Busbahnhof liegt im Zentrum.


Bunte alte Häuser im Kolonialstil am Antenor Navarro Platz
Antenor Navarro Platz
Grosser Baum am Strand mit Fischerbooten im Meer im Hintergrund
Strand von Tambau

Strände

Nachmittag am Strand von Tambau mit Kokospalme im Vordergrund und Boot im Hintergrund
Strand von Tambau

Die Strände in João Pessoa sind ruhig und das Wasser ist schön warm. Kinder können problemlos in den Wellen spielen, weil das Wasser nicht tief ist und es keine gefährlichen Strömungen zu fürchten gibt. Bei Ebbe hat man die Möglichkeit tauchen zu gehen.

 

An den Stadtstränden sind überall Sonnenschirme und Liegestühle für wenig Geld zu mieten. Erfrischungen wie Limonade, Eis und Kokoswasser gibt es an Kiosks oder bei fliegenden Händlern am Strand. Kleine Restaurants bieten eine Mittagskarte, hauptsächlich mit Gerichten aus Fisch und Meeresfrüchten.

Unterwegs

Schachbrett mit Spielfiguren aus Kokosnuessen gruen gegen weiss
Kunsthandwerk

Falls Sie auf der Suche nach einem Ort mit vielen Kneipen, Pubs, Discos und einem Nachtleben, das nur beim Frühstück endet sind, liegen Sie bei João Pessoa falsch. Selbstverständlich gibt es Optionen, wenn man tanzen oder etwas trinken möchte, aber João Pessoa ist eher eine Stadt, in der man es sich gemütlich macht.

 

Verschiedene interessante Veranstaltungen finden das ganze Jahr über statt und es gibt auch immer ein Lokal, in dem Musik live gespielt wird. Livemusik ist allgegenwärtig in der brasilianischen Kultur, egal ob als live Band oder solo Sänger mit akustischer Gitarre („voz & violão“). Im Grunde sind die öffentlichen Veranstaltungen kostenlos und sie finden überall in der Stadt verteilt statt, nicht nur in der touristischen Umgebung.

"bom apetite"

Grosse Glasflaschen mit Cachaça jede mit Stuecken verschiedener tropischer Fruechte
Cachaça in verschiedenen Geschmacksrichtungen

Nordost Brasilien bietet eine typische, meistens herzhafte Küche. Man muss unbedingt die frisch gepressten Säfte probieren! Die Vielfalt ist so groß, dass es fast unmöglich ist, alles auf einer Liste zu erfassen. Die Säfte sind köstlich und gesund. Selbstverständlich findet man dort auch Churrascarias.

 

Zu probieren gibt’s auch Tapioca bei „Feirinha“ (kleiner Markt), Açaí in der Schüssel oder das örtliche Hotdog „Cachorro-Quente“ (wortwörtlich heißer Hund). Eine gute Option ist es, Cachaça, Caipirinha oder andere Cocktails in einer Cachaçaria trinken zu gehen.

 

Wenn Sie gerne Limonade trinken, probieren sie Guaraná (am Besten von der Marke Antarctica) und wenn Sie einen „Cafezinho“ (kleiner Kaffee = brasilianischer Espresso) bestellen, seien Sie vorgewarnt: Der ist extrem süß! Brasilianer essen gut und viel, das ist kein Ort, um eine Diät zu starten.

Hinterhof vom General Store Shop und Bar in Joao Pessoas Altstadt
General Store
Familie am Carapebus Strand während der Ebbe
Carapebus
Macaxeirabrot mit Cartola, Tapioca, Kaffee und tropischen Säften
typischer Nachmittagssnack

eine Stadt mit vielen Namen

Sankt Franziskus Kirche in Joao Pessoas Altstadt
Sankt Franziskus Kirche

Von den Portugiesen am 5. August 1585 gegründet, hat João Pessoa im Laufe seiner Geschichte viele Namen gehabt. Zuerst hieß es Königliche Stadt Nossa Senhora das Neves. Kurz danach, als die Portugiesen unter die Herrschaft Spaniens gerieten, wurde es nach dem König Felipe II von Spanien als Filipeia de Nossa Senhora das Neves umbenannt.

 

Zwischen 1634 und 1654 wurde die Stadt von den Holländern erobert und als Frederikstad getauft. Nach dem Ende der holländischen Periode bekam João Pessoa den Name Parahyba* do Norte (Nordparahyba) und behielt diesen bis 1930, als die Stadt nach João Pessoa Cavalcanti de Albuquerque umbenannt wurde, der zu dieser Zeit ermordete amtierende Gouverneur von Parahyba und Brasiliens Präsidentschaftskandidat.

 

*Parahyba (Paraíba) bedeutet „unnavigierbarer Fluss“ auf Tupi und ist auch der Name des Bundesstaates, dessen Hauptstadt João Pessoa ist.

Architektur

Detail aus der goldenen Kapelle in der Sankt Franziskus Kirche in Joao Pessoas Altstadt
Goldene Kapelle

Die portugiesischen, spanischen und holländischen Herrschaften haben die Stadt wundervoll im Barock- und Kolonialstil geprägt, hauptsächlich mit religiösen, kommerziellen und militärischen Gebäuden. Die meisten dieser Gebäude befinden sich in der Innenstadt, als „centro histórico“ bekannt  (Altstadt).

 

Die Stadt wuchs relativ langsam. Sie wurde am Ufer des Flusses Sanhauá gegründet und entfaltete sich Richtung Küste, was für eine Art visuelle Chronik vom Kolonial- zum Zeitgenössischenstil gesorgt hat.

Skyline mit Wolkenkratzern von Joao Pessoa von Ponta do Seixas ausgesehen
Skyline von Cabo Branco

Die meisten modernen Gebäude liegen an der Küste und João Pessoa befindet sich in der Mitte eines exponentiellen Stadtwachstums. Viele Luxushochhäuser wurden innerhalb kurzer Zeit gebaut, dennoch verbietet ein Gesetz den Bau von Hochhäusern direkt an der Küste, um die Erwärmung der Innenstadt zu vermeiden (welche man in Städten wie Rio de Janeiro erleben kann).

 

Dieses Gesetz steht im Weg der Immobilienspekulation und großer Hotelketten und wird ab und zu in Frage gestellt, jedoch bleiben sowohl Touristen wie Einwohner einstimmig, die Strände sehen viel schöner aus ohne Hochhäuser und der Wind ist auch in der Innenstadt willkommen.

Grünestadt

Gelbe Blätter vom Goldtrompetenbaum am Solon de Lucena Park
Goldtrompetenbaum

Während des Erdgipfels ECO92 wurde João Pessoa der Titel zweitgrünste Stadt der Welt verliehen, hinter Paris. Die Stadt besitzt den größten semi-äquatorialen natürlichen Stadtwald der Welt, den Botanischen Garten, bekannt als „Mata do Buraquinho“ (Löchleinwald).

 

In den Wohngebieten und Stränden sind überall Kokospalmen zu sehen (alle lieben Kokoswasser!).

 

In der Innenstadt, am Solon de Lucena Park, bieten die Goldtrompetenbäume ein jährliches Schauspiel von goldenen Blüten. Im Zentrum gibt es einen See, der von Königspalmen umkreist ist. Diese Königspalmen befinden sich auch in der Altstadt, z.B. am Praça João Pessoa (João Pessoa Platz).

das Volk

Aus Ton gefertigte Wanddeko mit dem bemalten Gesicht eines Ureinwohners, der Federohrringe trägt
Kunsthandwerk

Der Nordosten war das erste Kolonialgebiet Brasiliens. Vor der Ankunft der Europäer war das Gebiet, in dem João Pessoa sich befindet, von Ureinwohnern der Stämme Potiguara und Tabajara bewohnt. Die Portugiesen sind als Erste angekommen, aber sie haben sich nicht so sehr damit beschäftigt, das Land zu besiedeln, was für die Franzosen freie Bahn gemacht hat, um sich zu Hause zu fühlen und Geschäfte mit den Ureinwohnern zu machen.

 

Es gab viele Konflikte zwischen den Portugiesen und den Franzosen, außerdem haben beide die ursprüngliche Rivalität zwischen den Potiguara und Tabajara zu ihren Gunsten ausgenutzt, um das Land für sich zu erobern.

 

Zum Schluss haben die Portugiesen die Franzosen vertrieben und waren bis zur Ankunft der Holländer an der Macht. Ab dem 16. Jahrhundert wurden millionen Afrikaner nach Amerika verschleppt, um auf den Zuckerrohrplantagen im Nordosten Brasiliens zu arbeiten. Ureinwohner, Europäer und Afrikaner sind im Grunde die drei großen Volksgruppen, aus denen sich das Volk von Paraíba zusammen setzt. Deren Einflüsse sind überall zu sehen: Küche, Religion, Wortschatz und Kultur allgemein.

Portugiesisch

Rudimentäres Grafitti an einer Wand mit einer Katze und dem Satz "hier kommt der Zug von dem Fortschritt an" auf Portugiesisch
Grafitti

Brasilianisches und europäisches Portugiesisch werden genau so anders gesprochen wie Hochdeutsch in Deutschland, Österreich oder in der Schweiz. Außer ein paar Unterschieden in der Rechtschreibung und manchen Wörtern, bleibt die Sprache die gleiche. Es spielt keine Rolle, ob man brasilianisches oder europäisches Portugiesisch gelernt hat, man kann sich überall, wo diese Sprache gesprochen wird, sehr gut verständigen.

 

Wie in jedem Land wird der Akzent je nach Gebiet ein bisschen anders klingen. Im Südosten wird der Zischlaut „sch“ viel mehr betont als z.B. im Süden, Nordosten oder Norden. Die Menschen im Nordosten sprechen auch relativ langsam und manche nuscheln ein bisschen. Es gibt keinen Dialekt in Brasilien, man spricht nur Portugiesisch.

Aus Holz und Seilen improvisierte Schaukeln die an Bäumen hängen am Nachmittag
Carapebus

Man muss nicht unbedingt Portugiesisch können, um in Brasilien zurecht zu kommen, es gibt immer jemanden in der Nähe, der Englisch oder Spanisch kann, allerdings empfehle ich zumindest die Grundkenntnisse zu lernen. Der durchschnittliche Brasilianer kann nur Portugiesisch. Außerdem ist die Mehrheit der Informationen im Netz über Veranstaltungen in João Pessoa nur auf Portugiesisch verfügbar (machen Sie das Beste aus ihrem Übersetzungsprogramm!).

 

Es gibt viele Sprachkurse für die Reise, warum nicht einen machen? Apps wie duolingo sind auch eine gute Option. Wenn man die Sprache ein bisschen besser kennt, erreichen die Erfahrungen und die Interaktion mit den lokalen Einwohnern ein ganz anderes Niveau.

 

Dennoch gibt es keinen Grund sich Sorgen zu machen, die Menschen in Brasilien können Ihnen weiter helfen, sogar wenn sie Ihre Sprache nicht sprechen. Sie sind hervorragende Gastgeber, Sie können jeden fragen, der schon dort gewesen ist. Die brasilianische Gastfreundschaft ist legendär.

Blog

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Fahren

Falls Sie aus einem Land kommen, welches die 1968 Wiener Straßenverkehrskonvention unterschrieben hat, dürfen Sie bis 180 Tage mit ihrem gültigen Führerschein (entschprechend übersetzt ins Portugiesisch) oder einem internationalen Führerschein (IPD) in Brasilien fahren. Der IPD ist nur mitsamt dem normalen Führerschein gültig. Der brasilianische Straßenverkehr kann sehr chaotisch sein und deswegen ist es nur für erfahrene Fahrer zu empfehlen! Vermeiden Sie jedenfalls die Hauptverkehrszeiten!

öffentlicher Verkehr

Ich rate Ihnen komplett davon ab, den öffentlichen Verkehr in João Pessoa zu nutzen, außer in Begleitung von Bekannten aus der Stadt. Das System ist sehr kompliziert, die Haltestellen sind weder benannt noch nummeriert, ein Fahrplan existiert nur auf Papier, die Bussen fahren in alle möglichen Richtungen... man muss Einheimischer sein, um in jenem Chaos zurecht zu kommen.

Taxi

Ein Mietwagen oder ein Taxi sind gute Alternativen. Die Taxis sind nicht überteuert und wenn Sie sich einmal schon in der Stadt befinden (oder am Strand), können Sie mühelos alles zu Fuß besichtigen. Wenn Sie in einer Gruppe sind, umso besser; Sie können sich die Taxigebühr teilen. Es gibt Fahrer, mit denen Sie verhandeln können und die Ihnen einen festen Preis bieten! Je besser Ihr Portugiesisch... Sie wissen schon Bescheid. Nochmal: Hauptverkehrszeiten vermeiden!

zu Fuß

Sind Sie sportlich? Dann können Sie viel zu Fuß machen! Die Epitácio Pessoa Allee bildet eine perfekte gerade Linie, die den Strand und das Stadtzentrum verbindet. Von dem Admiral Tamandaré Brustbild (am Strand) bis zum Solon de Lucena Park (im Stadtzentrum) liegen ca. 7 km Entfernung. Sonntags wird eine Spur auf dieser Allee exclusiv für Fahrräder frei gemacht.

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